Sanfte Folgebewegungen, auch Smooth Pursuit genannt, ermöglichen es, ein bewegtes Ziel ruhig mit den Augen zu verfolgen. Dafür muss das Nervensystem Bewegung erkennen, Geschwindigkeit einschätzen, die Augen präzise steuern und Abweichungen laufend korrigieren. Funktioniert diese Blickfolge nicht effizient, können Sport, Verkehr, Bildschirmbewegungen oder bewegte Umgebungen deutlich anstrengender werden.
Sakkaden sind schnelle Blicksprünge von einem Punkt zum anderen. Sie helfen uns beim Lesen, Suchen, Orientieren, Autofahren, Ballfangen und Reagieren. Wenn diese Augenbewegungen ungenau, langsam oder schlecht integriert sind, können scheinbar einfache visuelle Aufgaben deutlich mehr Energie kosten.
Blickfixation bedeutet, den Blick stabil auf einem Punkt zu halten. Wenn diese Steuerung viel Energie kostet oder nicht sauber funktioniert, können Lesen, Fokuswechsel, Orientierung, Schwindel oder visuelle Belastung deutlich anstrengender werden.
Augenbewegungen kann man beobachten. Man kann sehen, ob der Blick ruckelt, springt, ausweicht oder nicht stabil bleibt. Aber Beobachtung allein zeigt nicht immer, wie das Nervensystem auf eine Augenbewegung reagiert. In der angewandten Neurofunktion können Augenbewegungen über Indikatormuskel, unphysiologische Inhibition, Bewegungsmuster, NeuroFI und neuroathletische Test-Re-Test-Verfahren differenzierter betrachtet werden.