Migräne betrifft nicht nur den Kopf. Übelkeit, Erbrechen, Appetitveränderungen, Blässe, Schwitzen, Frieren, Herzklopfen, Verdauungsprobleme und tiefe Erschöpfung zeigen, wie stark das autonome Nervensystem beteiligt sein kann. Der Beitrag erklärt die Verbindung zwischen Hypothalamus, Hirnstamm, Trigeminussystem, Vagus und Verdauung.
Entspannung, Atemübungen oder sogenannte Vagusübungen können hilfreich sein, passen aber nicht zu jedem Regulationsmuster. Eine funktionelle Betrachtung prüft deshalb, wie das individuelle Nervensystem auf konkrete Reize reagiert und ob sich beobachtbare Funktionen im Retest verändern. Medizinische Diagnostik wird dadurch nicht ersetzt.
Viele Ratgeber empfehlen Atemübungen, Kältereize, Summen oder Gurgeln, um den Vagusnerv zu aktivieren. Das kann kurzfristig hilfreich sein. Aus neurofunktioneller Sicht ist die Frage aber tiefer: Warum braucht das System diesen Reiz überhaupt – und ist pauschale Vagusaktivierung wirklich immer sinnvoll?