Wenn Kinder Lesen vermeiden, schnell ermüden oder beim Lesen die Zeile verlieren, liegt es nicht immer an Motivation oder fehlender Übung. Lesen ist eine komplexe Leistung des Nervensystems. Augenbewegungen, Blickstabilität, Fokuswechsel, beidäugiges Sehen, Körperhaltung und visuelle Reizverarbeitung können beeinflussen, wie anstrengend Lesen für ein Kind ist.
Viele Menschen sind erschöpft, kommen aber trotzdem nicht zur Ruhe. Sie fühlen sich müde, innerlich unruhig, reizempfindlich oder schlafen schlecht. Funktionell betrachtet kann das autonome Nervensystem beteiligt sein, wenn der Körper nicht mehr gut zwischen Aktivierung und Regeneration umschaltet.
Wenn Kinder sich schlecht konzentrieren, wird schnell an Motivation, Disziplin oder ADHS gedacht. Doch Konzentration ist nicht nur Kopfsache. Sehen, Gleichgewicht, Körperwahrnehmung, Schlaf, Stress, Reizverarbeitung und das autonome Nervensystem können erheblich beeinflussen, wie viel Energie ein Kind fürs Lernen übrig hat.
Bei Belastungsintoleranz reagiert der Körper unverhältnismäßig stark auf Reize, die früher problemlos waren. Das kann körperliche Belastung betreffen, aber auch Licht, Geräusche, Bildschirmarbeit, Gespräche, Stress, Bewegung, Gleichgewicht oder soziale Situationen. Funktionell betrachtet geht es nicht nur um Fitness, sondern um Reizverarbeitung, autonome Regulation und die Fähigkeit des Nervensystems, nach Belastung wieder in Stabilität zurückzufinden.