Bei vestibulärer Migräne können Schwindel, Bewegungsunverträglichkeit, Übelkeit und visuelle Überforderung stärker auffallen als der eigentliche Kopfschmerz. Der Beitrag erklärt typische Symptome, diagnostische Kriterien und die Verbindung zwischen Migräne, Augen, Gleichgewicht und autonomem Nervensystem.
Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die weit mehr als Kopfschmerzen verursachen kann. Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Schwindel, visuelle Symptome, Erschöpfung und Konzentrationsprobleme können ebenso dazugehören. Der Beitrag erklärt die wichtigsten Zusammenhänge und zeigt, wie eine neurofunktionelle Betrachtung nach medizinischer Abklärung ergänzen kann.
Der vestibulo-okuläre Reflex stabilisiert den Blick bei Kopfbewegungen. Bewegen sich Kopf und Ziel jedoch gemeinsam, muss dieser Reflex gezielt gedämpft werden. Genau dabei werden Fixationssuppression und VOR-C interessant. Sie zeigen, wie gut visuelle Fixation, Kopfbewegung, Gleichgewicht, Kleinhirn und Augensteuerung zusammenarbeiten.
OKN und OKR sind automatische Augenreaktionen auf großflächige visuelle Bewegung – etwa beim Gehen, Drehen, Autofahren oder Zugfahren. Der optokinetische Reflex folgt der Bewegung langsam, während der optokinetische Nystagmus schnelle Rückstellbewegungen ergänzt. So verarbeitet das Nervensystem bewegte Umgebungen und richtet den Blick immer wieder neu aus. Wird dieses System stark gefordert, können Muster, Verkehrssituationen oder belebte Umgebungen deutlich anstrengender wirken.